Auf die tatsächlichen Aufgaben kommt es an
Ausgangspunkt ist, welche Tätigkeiten die verletzte Person vor dem Ereignis selbst übernommen hat. Haushaltsgröße, Zahl und Alter der Haushaltsmitglieder, Wohnsituation und tatsächliche Arbeitsteilung sind dabei wichtiger als eine pauschale Standardstundenzahl.
Anschließend wird betrachtet, welche Aufgaben in welchem Zeitraum nicht oder nur teilweise möglich waren. Die Einschränkung bei einer konkreten Haushaltstätigkeit ist nicht automatisch mit dem Grad einer Arbeitsunfähigkeit gleichzusetzen.
Bezahlte Hilfe und Unterstützung durch Angehörige
Rechnungen einer notwendigen Ersatzkraft können wichtig sein. Auch wenn Angehörige einspringen oder keine bezahlte Haushaltshilfe beschäftigt wird, sollte ein möglicher Haushaltsführungsschaden geprüft werden. Daraus folgt jedoch kein pauschaler Anspruch für jede behauptete Stunde.
Die Berechnung hängt von der rechtlichen Einordnung, den tatsächlichen Ausfallzeiten, den Einschränkungen und dem anzusetzenden Wert der Ersatzleistung ab. Leistungen anderer Stellen sind ebenfalls einzuordnen.
So lässt sich der Ausfall dokumentieren
Eine einfache Übersicht hilft: Tätigkeit, üblicher eigener Zeitaufwand, Einschränkung nach der Verletzung, Zeitraum und tatsächliche Hilfe. Halten Sie Veränderungen im Heilungsverlauf fest. Wer zunächst gar nicht kochen konnte, kann später möglicherweise einzelne Arbeitsschritte wieder übernehmen.
Beispiel: Nach einer Armverletzung werden Einkäufe getragen und schwere Reinigungsarbeiten von anderen erledigt. Entscheidend sind die vorherige Aufgabenteilung und die konkret verbliebenen Fähigkeiten – nicht allein die Diagnose.
Den Haushalt im Gesamtschaden berücksichtigen
Bei einem Verkehrsunfall oder Behandlungsfehler sollte diese Position früh mitgedacht werden. Bei bleibenden Einschränkungen berührt sie auch zukünftige Schäden.
Salem Abohany unterstützt bei der strukturierten Darstellung der Verletzungsfolgen und der Prüfung, welche Nachweise für den konkreten Haushalt erforderlich sind.
